Wir lieben Tiere und die Umwelt!

Unser Maskottchen – der Igel Oskar


 

Oskar gehört zu den gefährdeten Winterschläfern. Jetzt, im November, findet man manchmal einen Igel zusammengerollt unter Laub, einem Reisighaufen oder in ähnlichen Verstecken. Seine Körpertemperatur liegt dann bei etwa 5 Grad Celsius und nicht bei 35 Grad Celsius wie im Sommer. Die Zahl der Herzschläge pro Minute beträgt nur etwa 20 statt 180, und er atmet kaum noch. Er hält seinen Winterschlaf. 

Erst im April des nächsten Jahres kann man Igel wieder häufiger begegnen. Sie sehen dann abgemagert aus. In der ersten Zeit nach dem Aufwachen ist ihre Haupttätigkeit das Fressen. Allerdings überleben nicht alle Igel den Winterschlaf, besonders wenn sie im Herbst noch zu klein waren. Die Anzahl der Igel geht also in jedem  Winter etwas zurück. Bis Ende Mai bringt die Igelin dann 5 bis 7 Junge  zur Welt. Manchmal gibt es auch noch einen zweiten Wurf im August oder September.  

Im Spätsommer und Frühherbst fressen Igel besonders viel, so dass sie ein Fettpolster ansetzen. Zu ihrer Nahrung gehören vor allem Insekten, Schnecken und Würmer, aber auch Mäuse, Eidechsen und Schlangen. Reifes Obst mögen sie auch. Irgendwann im Oktober sind sie dann verschwunden.   

Im Frühjahr und im Sommer sind sie dann nachts aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Um in der Dunkelheit Beute zu finden,  besitzen die Igel  einen gut ausgeprägten Geruchs- und Tastsinn sowie ein empfindliches Gehör. Das Sehvermögen ist nur schwach entwickelt. Zur Nahrungssuche streifen sie mit der Nase am Boden umher und wühlen im Boden. Bis zu 500 Meter weit entfernt er sich zur Nahrungssuche von seinem Schlafplatz und überquert dabei häufig auch Straßen. Ein herannahendes Auto signalisiert dem Igel Gefahr und veranlasst ihn, sich einzurollen. So wird ein ursprünglich sinnvolles Verhalten durch veränderte Umweltbedingungen dem Igel zum Verhängnis. Denn die Tierart „Igel“ war eher auf dieser Welt als unsere Autos.        

Wenn du ein Igeljunges aus größerer Entfernung beobachtest und die Igelmutter nach zwei Stunden nicht auftaucht, kannst du davon ausgehen, dass das Junge alleine ist. 

Du kannst eine 40 cm hohe und 70 cm tiefe Kiste bauen mit einem Schuhkarton darin zum Schlafen des Igels. Täglich müsste das Wasser in einem Schälchen für den Igel gewechselt werden. Es darf nicht zu viel gefüttert werden, nur 40 bis 50 g pro Tag. Ungewürztes, mageres und nicht geräuchertes Fleisch (ganz fein geschnitten), Fertigfutter wie für Hunde und Katzen, hartgekochte und feingehackte Eier, Obst (Banane oder Apfel), Mehlwürmer und etwas Wasser zum Trinken (keine Milch).  

 

 

Aus: R. Diercksen, Tierkunde, II. Band, München 1985, S. 27 ff. 

 

Igel Artikel BUND:

http://www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/saeugetiere/igel/

 

Irma, die Igelin
Irma, die Igelin

„Igel gefunden – was nun?“


Das Buch mit diesem Titel von Claudia Biermann, 2007 im Cadmos Verlag erschienen, beantwortet diese Frage sehr anschaulich. Anzumerken ist, dass neben diesem Buch auch andere sehr schöne Werke über Igel zur Ausleihe in der Stadtbibliothek von Mönchengladbach stehen.

Wichtig ist zu wissen, dass nicht jeder Igel Hilfe braucht. Ist aber ein Igel nach Wintereinbruch noch im Garten unterwegs, stimmt etwas nicht. Es handelt sich dann meistens um ein Jungtier ohne ausreichendes Speckpolster, manchmal auch um ein schwaches älteres Tier. Jetzt sollte man in einer flachen Schale Katzenfutter aufstellen. Frisst der Igel das, kann er vielleicht noch so  viel Gewicht zulegen, dass er über den Winter kommt. Gut genährte Igel sehen schön rundlich aus. 

Igel sind nachtaktiv, normalerweise sollten sie tagsüber schlafen. Liegt er aber am Tag z. B. auf der Terrasse, muss er vorsichtig beobachtet werden. Lässt sich der Igel dann mit einem Stock berühren, ohne sich einzurollen, ist er fast immer schwer krank. Auch wenn er nur sehr langsam reagiert, ist meist auch etwas nicht in Ordnung. Blutet ein Igel, braucht er sofort Hilfe. 

In den Monaten Juli bis September sind Säuglinge vielleicht auf der Suche nach ihrer Mutter. Dann muss man behutsam das Nest suchen. Erst wenn man das Nest nicht findet, sollte man sich um weitere Hilfe für das Tier kümmern. 

Mit dicken Arbeitshandschuhen muss der Igel vom Rücken her aufgenommen werden, damit Augen und Näschen schön „herausschauen“ können. Am besten setzt man ihn zunächst in die Badewanne, die zuvor mit Zeitungspapier ausgelegt worden ist. Dann setzt man einen Karton als Häuschen für den Igel in die Badewanne. Ein ausreichend großes Loch als „Haustür“ muss in den Karton geschnitten sein. Zwei bis vier Katzen- oder Hundenassfutter und ausreichend Wasser müssen in flache Schalen gegeben werden. Ein gesunder Igel geht in der Nacht in der Badewanne umher. Falls er das nicht tut, müsst ihr mit ihm zum Tierarzt. Deshalb sollte alles aufgeschrieben werden. Wann wurde der Igel wo und in welchem Zustand gefunden? Wie habt ihr ihn dann behandelt? (Welches Futter usw.) Wie hat er reagiert? Ihr könnt ihn auch wiegen. Wenigstens 550 Gramm sollte ein Jungigel haben. Zum Beispiel ist Durchfall ein Krankheitszeichen. Igel sollten eigentlich nicht gebadet werden. Immer den Tierarzt fragen, wie Ungezieferbefall bekämpft werden kann!  

Igelbabies sollte man auf eine mit einem Frotteehandtuch umwickelte Wärmeflasche legen und mit einem zweiten Handtuch behutsam zudecken. Dann legt ihr es in einen hochwandigen Karton. Ein Igelbaby unter 150 Gramm muss zu einem Tierarzt.    

Igelleibspeise sind Käfer und andere Insekten.

Hände und alles, was mit der Igelpflege in Berührung kam, müssen säuberlich gewaschen werden.    

 

Renntaucher aus Nordwestamerika beim Balztanz
Renntaucher aus Nordwestamerika beim Balztanz
Aus "Fun und Umwelt" 2012
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Aus "Fun und Umwelt" 2012
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