Hier ein paar Highlights aus unserem jährlichen Heft "Fun und Umwelt"

Fun und Umwelt 2013

Die „Essbare Stadt“ Andernach – eine Idee auch für MG?

 

Andernach blüht auf! Im wahrsten Sinne des Wortes! Seit ein paar Jahren hat sich in der kleinen Stadt am Rhein mit relativ einfachen Mitteln viel verändert. Aus den Parkanlagen hat man Gemüsegärten gemacht. An mehreren Standorten entlang der alten Stadtmauer gibt es inzwischen 100 Obst- und Gemüsesorten, inklusive vieler Obstbäume und -sträucher: unter anderem Pfirsich, Apfel, Birne, Mandel, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Kiwi, Bohnen, Möhren, Zucchini, Kürbis, Mangold, Kartoffeln, Salate und Kräuter (alles natürlich in Bio-Qualität). Es gibt sogar einen kleinen Weinberg! Die Bürger dürfen die Gärten jederzeit betreten und am Ende auch pflücken und ernten. Um die Arbeit kümmern sich sowohl städtische Mitarbeiter und Langzeitarbeitslose als auch viele Freiwillige.

 

Außerdem sind acht Hühner in ein geräumiges Haus eingezogen, in dem sie gut geschützt die Nacht verbringen. Tagsüber können sie sich auf dem weitläufigen Gelände des alten Burggrabens frei bewegen. Die Eier kann man im „Fair-Regio-Laden“ kaufen, wo es nur lokale Produkte gibt. Durch die Hühner der Rasse „Rodeländer“ wird die Stadt noch lebendiger. Vielleicht kommen auch noch andere Tiere dazu. Man darf sie nur nicht zusätzlich füttern, sonst werden Ratten angelockt. Es gibt allerdings schon „Insektenhotels“, Hölzer mit kleinen Löchern drin, damit die Pflanzen auch bestäubt werden können und als Nahrung für Vögel.

 

Man lernt wieder, wann es Zeit zum Säen, Wachsen und Ernten ist, und zwar jeden Tag, wenn man auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit oder zum Einkaufen ist. Man kann also den Jahresverlauf im Gemüsebeet beobachten. Somit kommt die Natur in die Stadt zurück, und man beschäftigt sich auch bewusster mit gesunder Ernährung. Darüber hinaus kommt man mit anderen ins Gespräch, z. B. wann man am besten erntet und wie man das Gemüse am besten kocht. Die „Essbare Stadt“ ist also bei allen, Einheimischen und Besuchern, sehr beliebt!

 

Ganz besonders wichtig ist in Andernach, dass die „Biodiversität“, also die genetische Vielfalt, gestärkt wird. Jedes Jahr wird dazu eine Gemüseart ausgewählt. In einem Jahr gibt es 101 Tomatensorten, in einem anderen 100 Bohnensorten, dann wieder Zwiebel- oder Kohlsorten. Bis heute sind schon 75 % der genetischen Vielfalt verloren gegangen. Dieses Phänomen heißt „Generosion“ und bewirkt, dass Pflanzen sich schlechter an Veränderungen z.B. des Klimas oder der Schädlinge anpassen können. Außerdem ist die Vielfalt ein Kulturgut, und man würde den Kölner Dom doch auch nicht so einfach abreißen, oder?

 

Anstelle von teuren und arbeitsintensiven Zierblumenbeeten und langweiligem Rasen gibt es jetzt Blumenwiesen und die „Andernacher Mischung“, das sind regionale und gefährdete Wildpflanzen. Darum muss man sich weniger kümmern und nicht ständig neue Pflanzen kaufen. Die Stadt wird zur „Arche“ heimischer Arten und spart noch Geld. Nutzpflanzen können auch sehr schön sein. So hat z.B. die Kartoffel sehr schöne Blüten. 

 

Für Kinder gibt es speziell einen „fahrbaren Schulgarten“, der zu den Schulen und Kindergärten kommt und dort abgestellt wird.

 

Durch diese neuen Grünanlagen gibt es für die Menschen viele Vorteile: Es sieht schön aus, man möchte länger draußen bleiben, man tut etwas für den Planeten, es lohnt sich auch finanziell, und es ist für alle Menschen gut, nicht nur für einige wenige. Man kann sich besser mit seiner Heimatstadt identifizieren, die Luft ist sauberer und im Sommer kühler, man trifft andere Menschen und lernt seine Nachbarn besser kennen. Das Leben in einer Stadt wird lebenswerter!

 

Nicht nur auf dem Land kann es also „gut und gesund“ sein, sondern auch in der Stadt! Denn auch die „intensive Landwirtschaft“ bringt so ihre Probleme mit sich.

 

Wo könnte man also in Mönchengladbach „urbane Gärten und Landwirtschaft“ anlegen?

Quellen

  1. www.andernach.de
  2. www.duh.de (Deutsche Umwelthilfe)
  3. TASPO Magazin

 

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